Veränderung geschieht, wenn jemand wird was er ist und nicht, wenn jemand versucht zu werden, was er nicht ist.
Arnold Beisser

Gestalttherapie

Die Gestalttherapie ist ein humanistisches Verfahren der Psychotherapie, welches davon ausgeht, dass jeder Mensch das Potential hat zu wachsen und seinen eigenen, ganz individuellen Weg zu gehen. Gestalttherapie setzt den Focus auf den lebendigen Augenblick und das Gewahrsein von dem „was ist“. Es geht nicht darum, etwas zu verändern, sondern um das gemeinsame Erforschen der kreativen Lösungen, die jeder Mensch aufgrund seiner Geschichte mitbringt. Veränderung geschieht dann von ganz alleine, wenn ein Mensch sich bewusst wird, wie er die Dinge tut, die er tut. Durch das Bewusstwerden eröffnen sich Möglichkeiten, das Leben freier, lebendiger und authentischer zu gestalten.

Ein für mich sehr wesentlicher Aspekt der Gestalttherapie ist die diaglogische Beziehung, der Kontakt zwischen dem Ich und dem Du. Dem Klienten und dem Therapeuten. Durch die Begegnung auf Augenhöhe kann eine Dynamik erlebbar werden, welche oft als sehr heilsam empfunden wird.

Mit einem „echten“ Gegenüber kannst Du wie in einem Labor neue Möglichkeiten des Seins erkunden.
Und das alles auf sehr lebendigem Weg und ganzheitlich. Körper, Geist und Herz werden gleichermaßen einbezogen.
So bleibt die Erfahrung nicht einzig beim Gespräch und auf der Verstandesebene sondern es wird ein Weg angeboten, diese Erfahrung auf den verschiedenen Ebenen zu erleben. Das kann einen ganzheitlichen und auch langfristigen Veränderungsprozess in Gang setzen.

Als Gestalttherapeutin interessiert mich das Offensichtliche, das was Dich beschäftigt, die offene „Gestalt“, die geschlossen werden möchte. Das kann jede Art von unerledigter Situation sein – ein Problem, ein Gedanke, ein Gefühl, ein körperliches Symptom oder etwas ganz Diffuses und nicht Greifbares.

Auch wenn in der Gestalttherapie mitunter kreative Medien eingesetzt werden, ist Gestalttherapie von der Gestaltungstherapie und Kunsttherapie mit Töpfern, Malen und Basteln abzugrenzen.

Gestalttherapie in einem Podcast von BR2

Die Eltern der Gestalttherapie – Fritz und Laura Perls
Autor: Ulrich Trebbin
Die deutsch-jüdischen Eheleute Fritz und Laura Perls sind die „Eltern“ der Gestalttherapie. Die beiden erfahrenen Psychoanalytiker haben nach der Flucht vor den Nazis in Südafrika und in den Vereinigten Staaten nach neuen Wegen gesucht, wie ihre Patienten Verletzungen aus der Kindheit loswerden und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Sie wollten, dass Menschen nicht mehr hunderte von Stunden im freien Assoziieren auf der Couch verbringen, sondern in der Therapiesitzung sich selbst erfahren, ihre Bedürfnisse kennenlernen und Neues ausprobieren. Mit Hilfe von inszenierten „Experimenten“ sollten sie sich von ungelösten Kindheitskonflikten befreien. Heute hat die Gestalttherapie einen festen Platz in der Therapielandschaft, auch wenn sie nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Quelle BR2

Ich zitiere diesen Beitrag von Radio Wissen des Bayerischen Rundfunks, weil er Dir klar und verständlich etwas die Gestalttherapie beschreiben kann. Hier findest Du auch einen Link zum Originalbeitrag.